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Trauer um Till Büthe

Die Schulgemeinschaft der Bismarckschule Hannover ist bestürzt über die Nachricht vom Tod unseres ehemaligen Kollegen Till Büthe. Wir trauern!

Um das Verhältnis zwischen der Bismarckschule und Till Büthe zu beschreiben, reichen Adjektive nicht aus. Man muss schon auch Nomen bemühen, um zu zeigen, dass hier nicht nur eine ganz besondere Bindung, sondern auch eine starke Prägung bestand.
Theater, Fußball, Fachgruppe, Loyalität, Feiern, Diplomatie, der VW-Bus und sicher einige Begriffe mehr sind verknüpft mit Till Büthes Wirken und den Erinnerungen an ihn an der Bismarckschule.

Zu sagen, dass er zum Inventar der Bismarckschule gehört hat, mag auf den ersten Blick leicht despektierlich klingen, ist aber bei genauerem Hinsehen äußerst angemessen, denn das berufliche Leben Till Büthes und die Bismarckschule hingen immer zusammen.

Als Schüler dieser Schule, später als Student und Referendar und schließlich als Lehrer und Kollege ist die Beziehung der beiden durchaus als symbiotisch zu beschreiben. Dass beide aus dieser Beziehung einen gegenseitigen Nutzen gezogen haben, steht außer Frage.

Dies war immer offensichtlich, wenn man Till Büthe begegnet ist und gemerkt hat, mit wie viel Freude er bei der Arbeit war, dabei stets offen für Sorgen, Nöte und Probleme anderer Kolleg*innen war und sich natürlich auch stets für die Schüler*innen stark gemacht hat.

Von wochenlangen Fahrten während der Sommerferien mit Oberstufenschülern mit Bullis in den Nahen Osten über ein ausgeprägtes Engagement als SV-Lehrer bis hin zum Theater, durch das sicher ungezählte Schüler*innen in ihrer persönlichen Entwicklung gestärkt wurden.

Für die Kolleginnen und Kollegen war Till jahrelang im Personalrat aktiv und hat dort in Zeiten nicht immer reibungsloser Kommunikation, wie er immer selbst betonte, die Kunst des „Antichambrierens“ bis auf die Spitze getrieben. Ganz nebenbei hat er stets dafür gesorgt, dass die Mannschaft der Bismarckschule gerne dort gearbeitet hat. Unvergessen sein Engagement rund um Grünkohl, Grillen aber auch der Kollegenfußball.

Dass auch das Fachliche bei Till Büthe stets in den besten Händen war, zeigt sicher nicht nur sein langjähriges Engagement als Fachobmann Deutsch, sondern auch sein geradezu enzyklopädisches Wissen rund um die Fächer Deutsch und Erdkunde, das für so manchen jungen Kollegen bisweilen fast einschüchternd wirken konnte, aber nie so gemeint war.

Insofern ist es nur allzu verständlich, dass Till Büthe bei seinem Wechsel in den Ruhestand mit langanhaltenden stehenden Ovationen und auch einigen Tränen verabschiedet wurde. Dass wir uns jetzt schon wieder von Till verabschieden müssen, macht uns traurig und zeigt einmal mehr die Lücke auf, die Till Büthe hinterlassen hat.

Schulleitung und Personalrat der Bismarckschule

Online-Kondolenzen:


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Tobias Tobias aus Hannover schrieb am 25 August, 2022 um 10:00
Lieber Till, fangen wir mal pathetisch an – ohne zu wissen, ob Du es gut fändest oder mit den Augen rollen würdest: was bleibt von einem Menschen, wenn jemand geht? Und in diesem Fall bist das leider Du. Wenn man all die Kommentare hier liest, dann sieht man, wie sehr Du Generationen von Schülern beeinflusst hast. Und offensichtlich ausschließlich im Guten und zum Besseren. Ich bin mir sicher, das würde Dir gefallen. War Dir das eigentlich all die Jahre bewusst? Ich habe tatsächlich nie einen Schüler getroffen, der schlecht von Dir gesprochen hat. Kann man mehr als Lehrer und vor allem als Mensch erreichen? …und was bleibt mir, wenn ich an Dich denke? Ich bin quasi ein Quereinsteiger, was Dich angeht. Ich hatte Dich nur ein Semester als Lehrer (weil Herr Homburg nicht konnte wie er wollte) – zugegeben, ein sehr angenehmes Semester. Ich war nie in der Theater AG. Man muss wissen, was man kann und was man nicht kann. Und ich bin mir sehr sicher, ich wäre noch viel schlechter in der Schauspielerei gewesen als der Sheriff von Nottingham in Kevin Costners „Robin Hood“ auf dessen „erbärmliche Darstellung“ Du einmal so geschimpft hast (immerhin Alan Rickman). Ich habe leider nie eine Klassenfahrt oder Reise mit Dir gemacht und habe tatsächlich nur eine Theatervorführung in der Bismarckschule gesehen. Aber, da Du ja ein vielschichtiger Mensch warst, konntest Du auch noch Fußball. Ein kleiner Mann der Du warst, mit so vielen Talenten und so dicken Waden. Einer der einen Haufen pubertierender Teenager bei dem Spiel über Jahre so weit gebracht hat, dass wir es dann tatsächlich nach Berlin geschafft haben. Meines Wissens nach immer noch ein einmaliges Ereignis für die Sportart Fußball an der Bismarckschule. Du hast am Rand gestanden und hast ständig „Staffeln!“ gerufen. Ich behaupte, die Hälfte der Spieler wusste gar nicht was Du damit von Ihnen wolltest. Was wir aber wussten: Da steht jemand an der Seitenlinie und versucht das Beste aus uns raus zu holen. Dann haben wir eben auch versucht das Beste für Dich zu geben! Als ich von Deinem Tod gehört habe, habe ich unser kleines Heft dazu rausgeholt, da Fußball natürlich mit Dir nicht nur Fußball war, sondern im Anschluss jeder von uns einen Aufsatz dazu schreiben musste… typisch Till, oder? All die Erinnerungen die hier jetzt an Dich aufkommen… von all den Menschen. Wie immer ärgert man sich, wenn jemand stirbt, nicht über die Dinge die man getan hat, sondern die man nicht getan hat. Unser Kontakt hat sich die letzten Jahrzehnte darauf beschränkt, dass wir uns einmal im Jahr per Facebook gegenseitig zum Geburtstag gratuliert haben – klingt auf den ersten Blick stillos, oder? Aber ist nicht das schon einiges, 25 Jahre nachdem das Abitur unsere Wege getrennt hat, Mark Zuckerberg sei Dank!? Wir sind uns noch ein, zweimal über den Weg gerannt – es war eben eine „Lächelbeziehung“. Aber gab es Leute mit denen Du keine solche Beziehung hattest?! Zumindest hast Du jedem die Chance dazu gegeben – egal wie kompliziert die Person auch war. Durch die Tür gehen musste man dann eben alleine – oder Du hast eben noch den entscheidenden Schubs gegeben. Wieso bin ich gerade versucht auf meinen Tisch zu steigen, meinen Kopf zu erheben und stolz „Captain, mein Captain!“ zu rufen? Ich bin mir sicher, irgendwie hätte es Dir sicher gefallen. Und ich bin mir auch sicher, ich wäre nicht der einzige, der auf seinem Tisch stehen würde. All die Kommentare hier sprechen für einen Klassenraum voll von Schülern, die auf Ihren Tischen stehen – nur, dass die Schüler inzwischen erwachsen sind und Du offensichtlich noch immer ein Teil von uns. Ich drehe mich jetzt einmal im Kreis: was bleibt von dem kleinen Mann mit den dicken Waden, der am Rand steht, „Staffeln“ ruft, mehr Schauspieler war als Privatperson, von dem man irgendwie so wenig wusste und man selber für ihn gefühlt ein offenes Buch war, in dem er nach den besten Zeilen gesucht hat, um diese zu entwickeln und aus jedem, der wollte, ein besseres Buch zu machen. Irgendwie kannte ich Dich zu wenig und mich ärgert der Gedanke, dass ich das jetzt nicht mehr ändern kann – abgesehen davon, dass dein Leben ja auch ein wenig Dein Geheimnis war. Ich kannte Dich aber genug um zu wissen, dass Du mir fehlen wirst, auch wenn wir uns lange nicht mehr gesehen haben. Nächstes Jahr werde ich traurig feststellen, dass Du mir nicht per Facebook zum Geburtstag gratulierst… Du hast mir mal gesagt, dass man nur zitiert, wenn jemand etwas schon mal gesagt hat und man selbst es nicht besser sagen kann: „Ich hatte später nie wieder solche Freunde wie damals, als ich 12 war. Aber mein Gott, wer hat die schon?“ Ich danke Dir und auch wenn ich Dich schon lange nicht mehr gesehen habe: Du wirst mir fehlen! Dein Torwart
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