Der Krieg gehört seit mehr als 4 Jahren zum Alltag der Menschen in der Ukraine und das Ucraine-Recreation-Project der UNESCO Kommission gefördert vom Auswärtigen Amt gibt es ebenfalls seitdem. Für zwei bis drei Wochen nehmen mehrere UNESCO-Projektschulen SchülerInnengruppen aus unterschiedlichen Regionen der Ukraine auf und ermöglichen ihnen einen Erholungsaufenthalt in Deutschland. Auch wir von der Bismarckschule sind seit Anfang an dabei.
In diesem Jahr erreichten uns 12 Schülerinnen und Schüler sowie 2 begleitende Lehrkräfte des Lyzeums in Tchernihiv (Ukraine) am Sonntagabend den 23. August nach einer langen und strapaziösen Anreise mit der Bahn am Bahnhof Hannover und wurden herzlich von ihren Gastfamilien in Empfang genommen. Nach einer relativ kurzen Nacht traf man sich Montagmorgen in der Schule. Nach einer Schulführung ging es in Richtung Altstadt und man erfuhr auf einer englisch-sprachigen Stadtführung Einiges über Hannover. Es folgte ein zweiwöchiges abwechslungsreiches Programm mit einem Mix aus Action, Bildung, Sport und Erholung. Wir begaben uns auf Ausflüge in den Zoo, in den Heidepark, ins Jump One, ins Sprengel Museum und zum Bowling. Wir fuhren Kanu auf der Leine, wir waren im Schulbiologiezentrum und wir besuchten wieder die Leibniz Universität Hannover. In der Schule machte die Gruppe einen Roberta Workshop und einen im Planetarium.
An den Wochenenden und auch an den Nachmittagen oder Abenden unternahmen die Familien zum Teil tolle Ausflüge. Im Rahmen des Kulturdreieck Programms wurde der Film `Dirty Dancing‘ in der englischen Originalversion vor der Oper im Open Air geguckt. Ein Besuch in den Herrenhäuser Gärten stand bei den meisten Familien auf dem Programm. Einige besuchten sogar Hamburg mit dem Miniatur Wunderland, Wolfsburg und die Autostadt oder Dortmund und das Deutsche Fußball Museum.
In ihrer Freizeit genossen die ukrainischen Jugendlichen vor allem die Möglichkeit, ohne Angst vor Angriffen oder Alarm in die Stadt zu fahren, zu spazieren, Eis zu essen und Kaffee zu trinken oder zu shoppen. Alles Dinge, die in der Ukraine schon seit Jahren nicht mehr möglich sind.
Zum Abschluss des Aufenthalts in Deutschland fuhr die Gruppe am von Sonntag bis Dienstag nach Berlin. Man machte eine Spree Fahrt und aß Currywurst, man besuchte das Brandenburger Tor, das Holocaust Mahnmal, das rote Rathaus, den Berliner Dom, die Museumsinsel, den Hackeschen Markt und den Alexanderturm. Am Montag stand ein Besuch des Bundestages auf dem Programm. Mitarbeiter des Büros von Herrn Ahmetovic führten die Gruppe bis in die Glaskuppel, gewährten Einblicke in die das deutsche, politische System und diskutierten fleißig mit den Schülerinnen und Schülern.
Viel zu schnell war der Aufenthalt in Hannover und Berlin wieder vorbei und die Gruppe trat die Rückreise in die Heimat nach Tchernihiv an.
Als Fazit und Erinnerungen bleiben:
- „Hannover ist viel sauber und schöner als Berlin.“
- Rührende und lustige Geschichten über das Familienleben in den Gastfamilien der Bismarckschule
- Motivation, wieder fleißig in der Schule zu sein und die Absicht, weiter möglichst viele Erfahrungen zu sammeln
- Dankbarkeit
- In Hannover und an der Bismarckschule leben herzliche Menschen, die sich um uns sorgen und an uns denken
- Ich kann jederzeit wieder nach Hannover kommen und habe hier Freunde
Unser herzlicher Dank gilt allen aufnehmenden Gastfamilien unserer Schulgemeinschaft, Iliya und Dasha als treue und wunderbare Begleitung in der Muttersprache, allen Lehrkräften, die diese Begegnung ermöglicht haben, sowie der deutschen UNESCO-Kommission und dem Auswärtigen Amt!
Falls es im nächsten Jahr wieder ein Ucraine-Recreation-Project geben sollte, werden wir auf jeden Fall wieder dabei sein. Die Erfahrungen aus den letzten Jahren haben gezeigt, dass hier der UNESCO Gedanke wahrhaftig lebt und der Aufenthalt sowohl unmittelbare als auch langfristige Wirkungen auf die Jugendlichen hat. Viele Familien haben immer noch engen Kontakt zu ihren ersten Gastkindern, es fanden mehrere private Besuche statt und manche sind sogar ins Ausland zum Studieren gegangen.
Im Namen aller Beteiligten
Nina Kossack und Bianca Behnsen








