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Vom 19.-26. April hieß es für einige Bismärcker von uns: raus aus dem Schulalltag und rein in eine ganz besondere und unvergessliche Erfahrung! In einer Gruppe von insgesamt sechzehn Personen machten wir uns gemeinsam mit Herrn Schütz und Frau Schönau auf den Weg nach Taizé, einem kleinen, wunderschönen Ort in der Region Burgund in Frankreich, der weltweit als internationale ökumenische Mönchsgemeinschaft bekannt ist. Taizé bietet einen besonderen Ort des internationalen Treffpunkts für tausende Jungendliche und Erwachsene, die Gemeinschaft, Stille, Gebet und Versöhnung suchen. Nun bekamen auch wir die Möglichkeit, für eine Woche Teil von dieser Erfahrung zu sein.

Am Sonntagmorgen machten wir uns mitsamt unserem Gepäck früh auf den Weg, denn unsere Fahrt in den kleinen französischen Ort würde einige Zeit dauern. Die Vorfreude in unserer Gruppe war groß, wir waren alle gespannt, was uns dort erwarten würde. Manche kannten Taizé bereits aus Erzählungen von Freunden oder Geschwistern, der Großteil unserer Gruppe hingegen wusste noch nicht wirklich, was sie in dieser besonderen Woche erleben würden. Nach ungefähr zehn Stunden Zugfahrt, die mit ganz viel Quatschen, Musik hören und Karten spielen vertrieben wurde, waren wir endlich da. Angekommen in Taizé schlugen wir zunächst unsere Zelte auf, in denen wir die gesamte nächste Woche schlafen wollten. Sina und Freya entschieden sich dabei, wie sich später herausstellte, für einen besonders gut gelegenen Zeltplatz – direkt über den Lieblingswegen eines Maulwurfs. 😉

Jeder Tag begann bei uns schon früh: Um 7 Uhr wurden wir von Herrn Schütz mit Gitarrenspiel geweckt – eine deutlich angenehmere Methode als ein normaler Wecker, auch wenn manche morgens trotzdem lieber noch liegen geblieben wären. Noch vor dem Frühstück ging es zum Morgengottesdienst in die große Kirche. Die Gottesdienste dort waren allerdings ganz anders als die, die viele von uns aus Deutschland kannten. Statt langer Predigten wurde vor allem gemeinsam gesungen – und zwar in vielen verschiedenen Sprachen. Die Atmosphäre war unglaublich schön. Besonders beeindruckend war, dass die Lieder teilweise bis zu sechsstimmig gesungen wurden. Außerdem gab es in jedem Gottesdienst sieben Minuten völlige Stille. Anfangs war das für viele von uns ungewohnt, doch schon nach kurzer Zeit wurde genau dieser ruhige Moment zu etwas ganz Besonderem.
Gemeinsam mit vielen anderen einfach still dazusitzen und die Gedanken einfach fließen zu lassen, war eine Erfahrung, die uns allen in Erinnerung bleiben wird. Nach dem Gottesdienst ging es direkt zum Frühstück. In einer großen Halle verteilte jeden Morgen eine andere Gruppe das Essen. Für jede Person gab es ein Brötchen, zwei Stückchen Schokolade und Kakao. Wer danach noch Hunger hatte, musste hoffen, dass noch etwas übrig war – was zum Glück oft der Fall war. 🙂

Anschließend hatten wir etwas Freizeit, bevor die Bibeleinführung begann. Dort trafen wir Jugendliche aus vielen verschiedenen Ländern – ob aus den Niederlanden, Frankreich, oder Schweiz: alle waren dabei! Gemeinsam sprachen wir über Geschichten aus der Bibel und vertieften unsere Gespräche in den nationalen und internationalen Gruppen. Das war besonders spannend, weil man viele unterschiedliche Sichtweisen kennenlernen konnte.

Wie fast alle Teilnehmer in Taizé hatte auch unsere Gruppe einen eigenen Dienst: Jeden Tag um 17:00 Uhr schenkten wir Tee aus und verteilten Kekse oder Kuchen an die anderen Teilnehmer. Je nach Tag gab es unterschiedliche Snacks, was natürlich immer für große Aufmerksamkeit sorgte. 🙂

Bis zum Abendessen blieb erneut etwas Freizeit, die wir nutzten, um neue Leute kennenzulernen oder gemeinsam Volleyball zu spielen – unter anderem mit Jugendlichen aus der Schweiz. Auch die Abende waren etwas ganz Besonderes. Der Abendgottesdienst begann meistens gegen 20:30 Uhr und dauerte länger als die Gottesdienste, die wir bisher kannten. Oft blieben wir danach noch lange in der Kirche und sangen gemeinsam weiter – manchmal bis weit nach Mitternacht. Wenn die Musiker irgendwann aufhörten zu spielen, setzten wir uns in einen großen Kreis und sangen weiter, wobei jeder Liederwünsche äußern konnte. Diese gemeinsamen Abende gehörten für viele zu den schönsten Momenten der Fahrt.

An manchen Abenden gingen wir außerdem noch ins „Oyak“. Das war ein Ort, an dem wir auch nach der Nachtruhe noch Zeit verbringen durften. Dort trafen sich Jugendliche aus vielen verschiedenen Ländern, wodurch eine sehr offene und total tolle Atmosphäre entstand. Häufig wurde dort gemeinsam geredet, ganz viel getanzt und neue Kontakte geknüpft.

Besonders schön war es auch, mit einem Bruder in Taizé ins Gespräch zu kommen: In einer kleinen Runde bekamen wir die Möglichkeit, uns miteinander auszutauschen und ihm viele Fragen zu stellen. Es war faszinierend, ihm zuzuhören und einen Einblick in das Leben als Mönch zu bekommen – eine Lebensweise, über die einige von uns gar nicht so viel wussten.

Am Ende der Woche wurde uns allen klar, wie besonders diese eine Woche in Taizé gewesen war. Vor allem der letzte Morgen fühlte sich irgendwie anders an: Das letzte Mal gemeinsam Brötchen (die besten!!) mit Schokoladentafeln frühstücken und der letzte Gottesdienst waren deutlich emotionaler als sonst. Viele von uns wollten diesen Moment eigentlich noch gar nicht beenden. In nur einer Woche waren wir als Gruppe unglaublich zusammengewachsen: Wir sind als Jugendliche, von denen sich manche gut und manche gar nicht kannten, nach Taizé gereist und sind als enge Gemeinschaft von Freunden zurückgefahren.

Gemeinsam sammelten wir viele unvergessliche Erinnerungen; von wildem Tanzen und neuem Freundschaften knüpfen im Oyak, dem Erlernen niederländischer Kartenspiele, Singen bis tief in die Nacht, und vor allem dem großen Gefühl von ganz viel Gemeinschaft. Uns allen war klar, dass Taizé für uns nicht nur eine einmalige Erfahrung bleiben würde. Diese Woche hat uns gezeigt, wie besonders dieser Ort ist – und dass das ganz sicher nicht unser letztes Mal in Taizé gewesen sein wird.

Freya & Amelie