Warum machen wir diesen Tag?
Nie wieder ist jetzt! Die momentanen gesellschaftlichen Umbrüche beschäftigen uns alle. Der deutlich spürbare Rechtsruck bereitet uns Sorgen. Daher versteht es die Bismarckschule als unsere gemeinsame Aufgabe, uns dazu zu positionieren und deutlich Farbe zu bekennen. Die wehende Pride-Flag vor der Tür ist Symbol dafür, wie wörtlich das gemeint ist. Aber wesentlicher ist noch, welche Werte wir tatsächlich im schulischen Alltag leben. Das Leitbild unserer Schule macht es bereits deutlich: Wir möchten den Menschen stärken, Horizonte erweitern und Gemeinschaft in Vielfalt leben.
Dazu gehört auch, dass sich hier alle willkommen und wohlfühlen dürfen. Jede Form von Diskriminierung hat dabei keinen Platz. Der Projekttag bildet einen von vielen Bausteinen an der Bismarckschule, um diesem Ziel einen Schritt näherzukommen. Der internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust und zur Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau am 27.01. ist unser Marker für diesen Projekttag; daher findet er für die Jahrgangsstufen 5-11 immer an dem Montag vor den Halbjahreszeugnissen statt.



Wer ist involviert?
Die Arbeitsgruppe Antidiskriminierung aus Lehrer:innen mit der Unterstützung von Eltern und Schüler:innen hat innerhalb eines Jahres an Vorbereitungszeit ganze Arbeit geleistet. Dank ihres unermüdlichen und ehrenamtlichen Engagements konnte sie 38 externe Workshopleiter:innen für die Schule gewinnen, wobei Jahrgang 7 und eine 10. Klasse zusätzlich externe Exkursionen gemacht haben. Die Finanzierung mehrerer tausend Euro haben der Förderverein der Schule, Erasmus+, die Stadt Hannover, Stiftungen und Spendengelder möglich gemacht. Wir danken allen dafür, da sonst ein solches Großprojekt nicht möglich gewesen wäre.



Was ist inhaltlich thematisiert worden?
Die Themen sind sehr vielfältig: Gewaltfreie Kommunikation, künstlerische Ansätze aus der jüdischen Kultur sowie gezielte Begegnung und Abbau von Hemmungen gegenüber jüdischem Leben in Hannover, Sensibilisierung gegen Rassismus und Rechtsextremismus im Alltag, Cybermobbing, Förderung einer sexismuskritischen Haltung, Diskriminierung im Sport, Sprachsensibler Journalismus, Training gegen Stammtischparolen, Präventionsmaßnahmen durch den Verfassungsschutz und Weitere.



Wie ist er gelaufen und was bleibt von solch einem Tag?
Das januarische Schneewetter hat die Voraussetzungen denkbar erschwert, jedoch konnte es zum Glück nicht davon abhalten, einen intensiven Workshoptag stattfinden zu lassen. Wir sind dankbar für die vielen neuen Eindrücke, die Denkanstöße und Gespräche, die in allen Räumen stattgefunden haben. Die Schule war lebendig und im konstruktiven Austausch. Viel gutes Feedback zu den Veranstaltungen hat uns erreicht. Natürlich ist uns auch bewusst, dass ein einzelner Tag nicht ausreicht, um davon sprechen zu können, man habe genug getan. Diskriminierung ist so vielfältig, dass wir uns weiter bemühen werden, dem entschlossen entgegenzutreten. Statt eine weitere Plakette zu sammeln, wie „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“, deren Titel wir zudem für irreführend erachten, konzentrieren wir uns auf unseren Unesco Ansatz und bündeln unsere Energie für Weiterbildungen wie das A-Team sowie weitere Aktivitäten.



Welche weiteren Aktivitäten zu dem Thema sind geplant?
Als nächstes gehen wir eine schulinterne Lehrer:innenfortbildung am Zukunftstag (23.04.26) an. Denn eines dürfte klar sein: Auch wir Lehrkräfte sind nicht vor Diskriminierung gefeit. Wir sind in einer rassistischen und sexistischen Welt aufgewachsen und müssen genauso wie die Schüler:innen unsere Denkweisen und Handlungen hinterfragen und stets an ihnen arbeiten. Um dem begegnen zu können, laden wir renommierte Vortragende und Workshopleitende für uns ein. Wir sind gespannt!



Alle Bilder sind in unserer Bildergalerie zu finden.